Einführung
Moderne Fahrzeuge entwickeln sich zu komplexen cyber-physischen Systemen. Traditionelle dokumentenbasierte Engineering-Ansätze reichen nicht aus, um die zunehmende Komplexität der Automobilentwicklung zu bewältigen. Hier kommt Automotive Model-Based Systems Engineering (MBSE) ins Spiel – eine transformative Methodik, die es Ingenieuren ermöglicht, komplexe Automobilsysteme durch umfassende, modellzentrierte Prozesse zu entwerfen, zu analysieren und zu validieren.
Durch die Integration von MBSE in die Automobilindustrie können Hersteller Entwicklungsabläufe optimieren, die Rückverfolgbarkeit von Anforderungen verbessern und die Einhaltung sicherheitskritischer Standards wie ISO 26262 sicherstellen. Dieser Ansatz unterstützt nicht nur die wachsenden Anforderungen an eingebettete Systeme in der Automobilindustrie, Elektrofahrzeuge (EVs) und autonome Fahrzeuge, sondern erleichtert auch die funktionale Sicherheitstechnik, Systemintegration und Konformität vom Konzept bis zur Produktion.
In diesem Leitfaden untersuchen wir, wie Automotive Model-Based Systems Engineering Innovationen beschleunigt, die Systemqualität verbessert und die vollständige Abdeckung des Anforderungslebenszyklus gewährleistet – vom Entwurf und der Simulation bis hin zur Validierung und Bereitstellung.
Was ist Automotive MBSE?
Automotive Model-Based Systems Engineering (MBSE) ist ein moderner technischer Ansatz, der formalisierte Systemmodelle – statt herkömmlicher Dokumente – als primäres Mittel für Systemdesign, -analyse und -kommunikation während des gesamten Entwicklungslebenszyklus eines Fahrzeugs verwendet.
In der Automobilindustrie ermöglicht MBSE Ingenieuren die Entwicklung und Verwaltung eingebetteter Systeme, Software- und Hardwarearchitekturen in einer einheitlichen, nachvollziehbaren und visuellen Modellierungsumgebung. Durch den Einsatz von Werkzeugen wie SysML (Systems Modeling Language) und die Integration in Industriestandards wie AUTOSAR und ISO 26262 unterstützt MBSE die Entwicklung sicherer, zuverlässiger und konformer Fahrzeuge.
Im Gegensatz zu dokumentenbasierten Methoden, die häufig zu isolierten Informationen und Problemen bei der Versionskontrolle führen, bietet MBSE eine durchgängige Abdeckung der Anforderungen und stellt sicher, dass jede Anforderung über den gesamten Lebenszyklus der Automobilentwicklung hinweg verknüpft, validiert und nachverfolgt wird.
Von autonomen Fahrzeugen bis hin zu Plattformen für Elektrofahrzeuge verändert MBSE die Art und Weise, wie Hersteller Komplexität bewältigen, Risiken reduzieren und Innovationen in modernen Automobilsystemen beschleunigen.
Warum ist Automotive MBSE so wichtig?
Die Automobilindustrie befindet sich in einem rasanten Wandel, der durch Elektrifizierung, autonome Fahrzeuge und softwaredefinierte Fahrzeuge vorangetrieben wird. In diesem sich entwickelnden Umfeld spielt Model-Based Systems Engineering (MBSE) eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der zunehmenden Komplexität moderner Automobil-Systemtechnik.
✅ Wachsende Komplexität der Fahrzeugsysteme
Moderne Fahrzeuge sind nicht mehr nur mechanische Maschinen – sie sind hochintegrierte cyber-physische Systeme, die aus Hunderten von Sensoren, Steuergeräten und eingebetteten Softwaremodulen bestehen. MBSE ermöglicht Ingenieuren die Modellierung, Simulation und Validierung dieser Komponenten in einer einheitlichen Umgebung. Dies gewährleistet eine nahtlose Systemintegration und reduziert Ausfälle im Spätstadium.
⚡ Aufstieg von Elektro- und autonomen Fahrzeugen
Mit der rasanten Entwicklung hin zu Elektrofahrzeugen (EVs) und autonomen Fahrzeugen ist der Bedarf an Echtzeit-Datenverarbeitung, Sensorfusion und Energieoptimierung sprunghaft gestiegen. MBSE unterstützt die Bewältigung dieser komplexen Aufgaben durch präzise Modellierung von Systemverhalten, Architektur und Anforderungen über den gesamten Automobilentwicklungszyklus hinweg.
Sicherheitskritische Automobilsoftware
Automobilsoftware muss strenge Sicherheitsnormen wie ISO 26262 erfüllen. MBSE unterstützt die funktionale Sicherheitstechnik, indem es Anforderungen mit Designartefakten verknüpft und so vollständige Rückverfolgbarkeit, Gefahrenanalyse und die Erstellung von Sicherheitsnachweisen ermöglicht – alles entscheidend für die Validierung eingebetteter Automobilsysteme.
Entstehung der Digital-Twin-Technologie
Die Integration digitaler Zwillingstechnologie im Automobilbereich ermöglicht die Echtzeit-Systemspiegelung zur Leistungsoptimierung, vorausschauenden Wartung und kontinuierlichen Verbesserung. MBSE bildet die Grundlage für digitale Zwillinge, indem es konsistente, validierte und nachvollziehbare Systemmodelle vom Konzept bis zur Produktion erstellt.
Kurz gesagt: MBSE ist in der Automobilindustrie nicht länger optional – es ist ein strategischer Wegbereiter für Innovation, Sicherheit und Effizienz in der modernen Fahrzeugentwicklung.
Wie unterstützt Automotive MBSE den Entwicklungslebenszyklus?
In der Automobilindustrie basieren Entwicklungsprozesse typischerweise auf dem V-Modell, das einen systematischen Ansatz für Design, Implementierung, Verifizierung und Validierung verfolgt. Model-based Systems Engineering (MBSE) optimiert diesen Prozess durch die Einbindung von Modellen in jede Phase des Lebenszyklus und schließt so Lücken zwischen Anforderungen, Architektur und Tests.
Das V-Modell in der Automobilentwicklung
Das Automotive-V-Modell beschreibt einen strukturierten Arbeitsablauf, wobei die linke Seite die Anforderungsdefinition und das Systemdesign darstellt, während sich die rechte Seite auf Integration, Validierung und Verifizierung konzentriert. MBSE passt perfekt zu diesem Modell, indem es frühzeitige Systemsimulationen ermöglicht und sicherstellt, dass jede Designentscheidung mit den ursprünglichen Anforderungen verknüpft ist.
Systemdesign, Simulation und Verifikation
Mit MBSE können Ingenieure eingebettete Systeme für die Automobilindustrie mithilfe formaler Modelle entwickeln, die Systemverhalten, Architektur und Schnittstellen unterstützen. Diese Modelle ermöglichen eine frühzeitige Simulation und Verifizierung und helfen so, Designfehler lange vor dem physischen Prototyping zu erkennen. Dieser proaktive Ansatz reduziert Nacharbeiten erheblich und beschleunigt die Entwicklungszeit.
Verbesserte Rückverfolgbarkeit und Integration von Anforderungen
Eine der Hauptstärken von MBSE ist die Fähigkeit, die Rückverfolgbarkeit von End-to-End-Anforderungen zu gewährleisten. Jedes Modellelement – ob Systemanforderung, Designblock oder Testfall – kann über den gesamten Anforderungslebenszyklus hinweg verfolgt werden, sodass nichts übersehen wird. MBSE ermöglicht zudem die nahtlose Integration von Mechanik-, Elektro- und Softwareteams und fördert so einen kollaborativen und synchronisierten Entwicklungsprozess.
Durch die Einbettung von Modellen in den gesamten Lebenszyklus der Automobilsystementwicklung gewährleistet MBSE eine größere Konsistenz, ein geringeres Entwicklungsrisiko und die Einhaltung sicherheitskritischer Standards – und ist daher in der heutigen Fahrzeugentwicklungslandschaft unverzichtbar.
Was sind die wichtigsten Vorteile von Automotive MBSE?
Da Fahrzeuge immer intelligenter und vernetzter werden, bietet die Einführung von Model-Based Systems Engineering (MBSE) messbare Vorteile über den gesamten Automobilentwicklungszyklus hinweg. Von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme ermöglicht MBSE Teams die Entwicklung sicherer, intelligenter und effizienterer Systeme.
- Verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit – MBSE ersetzt statische Dokumente durch dynamische, visuelle Systemmodelle, die als gemeinsame Sprache für alle technischen Disziplinen dienen. Dies fördert die funktionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Mechanik-, Elektrik- und Softwareteams, reduziert Missverständnisse und gewährleistet eine einheitliche Ausrichtung der technischen Ziele von Automobilsystemen.
- Bessere Systemintegration zwischen Teams – Moderne Fahrzeuge erfordern eine nahtlose Systemintegration, insbesondere angesichts der zunehmenden Verbreitung eingebetteter Systeme, autonomer Fahrzeuge und Elektrofahrzeugplattformen. MBSE hilft, Schnittstelleninkongruenzen frühzeitig zu erkennen, indem es die Interaktionen zwischen Subsystemen modelliert. So können Teams Komponenten reibungslos integrieren und Integrationsprobleme in späteren Phasen vermeiden.
- Verbessertes Risikomanagement und Compliance – Sicherheit und Compliance sind im Automobilbereich von entscheidender Bedeutung. MBSE unterstützt die rigorose Rückverfolgbarkeit von Anforderungen und verknüpft funktionale Anforderungen mit Design- und Testartefakten. Dies gewährleistet die vollständige Einhaltung von Sicherheitsstandards wie ISO 26262 und erleichtert die funktionale Sicherheitstechnik, Gefahrenanalyse und Risikominimierung während des gesamten Anforderungslebenszyklus.
- Kosten- und Zeitersparnis durch frühzeitige Validierung – Durch frühzeitige Simulation und Verifizierung ermöglicht MBSE es Teams, Designprobleme zu erkennen, bevor sie eskalieren. Dies reduziert kostspielige Nacharbeiten und Verzögerungen. Dieser proaktive Ansatz führt zu einer schnelleren Markteinführung, geringeren Entwicklungskosten und höherer Produktqualität – insbesondere bei sicherheitskritischen Anwendungen wie digitalen Zwillingssystemen und softwaredefinierten Fahrzeugen.
Im Wesentlichen transformiert MBSE die traditionelle Automobilentwicklung in einen agileren, nachvollziehbareren und kollaborativeren Prozess, der einen erheblichen ROI sowohl hinsichtlich der Produktleistung als auch der regulatorischen Sicherheit liefert.
Automotive MBSE und funktionale Sicherheit: ISO 26262-Konformität
In der Automobilindustrie ist die Gewährleistung funktionaler Sicherheit unverzichtbar – insbesondere bei eingebetteten Systemen und autonomen Fahrzeugen. Die Norm ISO 26262 definiert einen strengen Rahmen für die Entwicklung sicherheitskritischer elektrischer und elektronischer Systeme. Model-based Systems Engineering (MBSE) spielt eine zentrale Rolle bei der Erreichung und Aufrechterhaltung der ISO 26262-Konformität während des gesamten Automobilentwicklungszyklus.
️ Unterstützung der ISO 26262 Systems Engineering
MBSE verbessert die Entwicklung sicherheitskritischer Systeme, indem es den gesamten Entwicklungsprozess mithilfe formaler Modelle strukturiert. Diese Modelle stellen konsistente, nachvollziehbare Verknüpfungen zwischen Sicherheitsanforderungen, Architekturentwürfen und Verifizierungsaktivitäten her und stellen sicher, dass jedes Sicherheitsziel methodisch und gemäß ISO 26262 umgesetzt wird.
Modellierung von Sicherheitskonzepten und Fehleranalyse
Mit MBSE können Teams Sicherheitskonzepte wie ASIL-Dekomposition, Fehlerbäume und Fehlerausbreitungspfade modellieren. Dies ermöglicht eine frühzeitige Gefahren- und Risikoanalyse (HARA), eine funktionale Fehleranalyse (FFA) und Auswirkungsbewertungen. Diese Fähigkeiten sind bei Hochrisikosystemen wie Elektrofahrzeugen (EVs) und Fahrerassistenzsystemen (ADAS) von entscheidender Bedeutung.
Automatisierung der Sicherheitsdokumentation und Gefahrenverfolgung
Einer der Hauptvorteile von MBSE ist die Möglichkeit, die Sicherheitsdokumentation, einschließlich Sicherheitsplänen, Verifizierungsberichten und Gefahrenverfolgungsmatrizen, zu automatisieren. Dies reduziert den manuellen Aufwand und gewährleistet Echtzeit-Updates aller Modelle. Dies fördert die konsistente Einhaltung von Vorschriften und beschleunigt Audits. MBSE vereinfacht zudem die Rückverfolgbarkeit von Anforderungen, ein Kernmandat der ISO 26262 Teil 8.
Durch die Einbettung funktionaler Sicherheitsprinzipien in Modelle gewährleistet MBSE die Abdeckung des Anforderungslebenszyklus, Systemkonsistenz und effiziente Konformität – und ist damit ein Eckpfeiler der Automobilsystemtechnik bei sicherheitskritischen Entwicklungen.
Automotive MBSE-Integration mit anderen Standards und Architekturen
Um Konsistenz, Wiederverwendbarkeit und Konformität in der komplexen Fahrzeugentwicklung zu gewährleisten, muss Model-Based Systems Engineering (MBSE) mit den wichtigsten Automobilstandards und -architekturen konform sein. Durch die Integration mit Frameworks wie AUTOSAR und Modellierungssprachen wie SysML unterstützt MBSE skalierbares, konformes und modulares Automotive Systems Engineering.
Übersicht über die AUTOSAR- und MBSE-Integration
AUTOSAR (AUTomotive Open System ARchitecture) ist eine standardisierte Softwarearchitektur, die die Entwicklung skalierbarer, zuverlässiger und wiederverwendbarer Softwarekomponenten für die Automobilindustrie unterstützt. MBSE integriert sich in AUTOSAR, indem es übergeordnete Systemmodelle direkt auf AUTOSAR-kompatible Architekturen abbildet und so einen reibungslosen Übergang vom Konzept zur Implementierung in eingebetteten Automobilsystemen gewährleistet.
Mithilfe von MBSE können Ingenieure Systeme entwickeln, die den AUTOSAR Classic- und Adaptive-Plattformen entsprechen und Echtzeitkommunikation, serviceorientierte Architekturen und erweiterte Funktionen für Elektrofahrzeuge und autonome Fahrzeuge ermöglichen.
✅ Modellierung zur Einhaltung von Industriestandards
Automobilsysteme müssen über AUTOSAR hinaus eine Reihe von Vorschriften erfüllen, darunter ISO 26262, ASPICE und Cybersecurity-Standards (ISO/SAE 21434). MBSE erleichtert die Einhaltung, indem es sämtliches Systemverhalten, alle Sicherheitsziele und -anforderungen in nachvollziehbaren, versionskontrollierten Modellen erfasst. Dies garantiert die Abdeckung des gesamten Anforderungslebenszyklus und reduziert die Audit-Komplexität.
Verknüpfung von SysML und Systemanforderungen mit AUTOSAR
MBSE-Plattformen verwenden häufig SysML (Systems Modeling Language) zur Darstellung von Systemstrukturen, Verhaltensweisen und Schnittstellen. Diese SysML-Modelle können direkt mit AUTOSAR-Komponenten verknüpft werden, wodurch Ingenieure eine konsistente Rückverfolgbarkeit der Anforderungen von den Funktionsspezifikationen bis zur Softwarearchitektur gewährleisten können. Diese Modell-zu-Code-Integration beschleunigt die Systemvalidierung und gewährleistet die Einhaltung von Echtzeitbeschränkungen und Sicherheitsanforderungen.
Durch die Ausrichtung von MBSE an Automobilstandards und -architekturen können OEMs und Zulieferer eine bessere Modularität, schnellere Entwicklungszyklen und vollständige Konformitätssicherung erreichen – und gleichzeitig die Komplexität der modernen Automobilsystemtechnik bewältigen.
Top-MBSE-Tools für die Automobilindustrie
Die Auswahl des richtigen MBSE-Tools (Model-Based Systems Engineering) ist entscheidend, um die Komplexität eingebetteter Systeme im Automobilbereich zu bewältigen, die Einhaltung der ISO 26262 zu gewährleisten und die reibungslose Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen zu unterstützen. Nachfolgend finden Sie führende Tools, die robustes Automotive Systems Engineering ermöglichen und den Anforderungslebenszyklus durch Modellierung, Simulation und Rückverfolgbarkeit unterstützen.
Visure-Anforderungen ALM-Plattform
Die Visure Requirements ALM-Plattform ist eine leistungsstarke Komplettlösung, die speziell für Automotive Requirements Engineering, Rückverfolgbarkeit und modellbasierte Entwicklung entwickelt wurde. Sie unterstützt ISO 26262-Konformität, funktionale Sicherheit und AUTOSAR-Integration und eignet sich somit ideal für Elektrofahrzeuge, ADAS und autonome Fahrzeugprogramme.
Hauptmerkmale
- Vollständiges Anforderungslebenszyklusmanagement, von der Ermittlung bis zur Überprüfung
- Integrierte Unterstützung für MBSE-Methoden und SysML-Modellierung
- Echtzeit-Rückverfolgbarkeit von Anforderungen über Systeme, Software, Hardware und Tests hinweg
- Integrierte Vorlagen für ISO 26262, ASPICE und andere Automobilstandards
- KI-gestützte Unterstützung zur Verbesserung der Anforderungsqualität und Modellgenauigkeit
Mit nahtlosen Integrationsfunktionen und Live-Rückverfolgbarkeit ermöglicht Visure Teams, Modelle, Sicherheitsartefakte und Anforderungen in einer einzigen, einheitlichen Umgebung aufeinander abzustimmen, wodurch die Produktivität gesteigert und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sichergestellt wird.
Was sind die Herausforderungen und Einschränkungen von Automotive MBSE? Wie können sie überwunden werden?
Model-Based Systems Engineering (MBSE) bietet zwar erhebliche Vorteile im gesamten Automobilentwicklungszyklus, seine Einführung ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Automobilhersteller und Zulieferer stehen bei der Integration von MBSE in bestehende Arbeitsabläufe oft vor organisatorischen, technischen und kulturellen Hürden. Hier erfahren Sie, wie Sie die häufigsten Hindernisse überwinden und MBSE erfolgreich im Automotive Systems Engineering implementieren.
Organisatorischer und kultureller Widerstand
Der Übergang von traditionellen dokumentbasierten Ansätzen zu modellbasierten Methoden stößt häufig auf internen Widerstand. Teams zögern möglicherweise, unbekannte Tools zu übernehmen oder etablierte Entwicklungsgewohnheiten zu ändern, insbesondere in großen Organisationen, die eingebettete Systeme für die Automobilindustrie verwalten.
Lösung:
Führungskräfte müssen den Wandel fördern, indem sie den ROI von MBSE hervorheben – beispielsweise verbesserte Zusammenarbeit, schnellere Validierung und erweiterte Abdeckung des Anforderungslebenszyklus. Beginnen Sie mit Pilotprojekten und demonstrieren Sie Erfolge, um die Zustimmung der Stakeholder zu gewinnen. Eine klare Kommunikation von Vorteilen wie der Konformität mit ISO 26262 und der Ausrichtung auf AUTOSAR kann ebenfalls die kulturelle Akzeptanz beschleunigen.
Ausbildungs- und Qualifikationslücke
MBSE erfordert spezielle Kenntnisse in Modellierungssprachen wie SysML sowie ein tiefes Verständnis der Prinzipien der Fahrzeugsystemtechnik. Ein Mangel an geschultem Personal kann die erfolgreiche Einführung von MBSE behindern.
Lösung:
Investieren Sie in strukturierte Schulungsprogramme, Zertifizierungen und praxisorientierte Workshops, die auf MBSE und die Automobilbranche zugeschnitten sind. Nutzen Sie Plattformen wie die Visure Requirements ALM Platform, die intuitive Benutzeroberflächen und KI-Unterstützung bietet, um die Lernkurve zu verkürzen. Eine schrittweise Einführung, unterstützt durch Mentoring, kann Teams zudem dabei helfen, ihre Fähigkeiten effizient weiterzuentwickeln.
Integration mit Legacy-Systemen und -Tools
Viele OEMs und Tier-1-Zulieferer setzen auf veraltete Tools und dokumentenbasierte Prozesse, die sich nicht problemlos in moderne MBSE-Plattformen integrieren lassen. Diese fehlende Integration führt zu fragmentierten Arbeitsabläufen, isolierten Daten und dem Verlust der Rückverfolgbarkeit von Anforderungen.
Lösung:
Wählen Sie MBSE-Tools, die robuste Integrationsmöglichkeiten mit Legacy-Systemen, PLM- und ALM-Plattformen bieten. Tools wie Visure ermöglichen nahtlosen Datenaustausch, Import-/Exportfunktionen und unterstützen Standards wie ReqIF und XML. Eine schrittweise Integrationsstrategie erleichtert die Überführung von Legacy-Assets in eine modellbasierte Umgebung, ohne die laufende Entwicklung zu unterbrechen.
Die erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderungen positioniert MBSE als skalierbaren, nachhaltigen Ansatz zur Bewältigung der Komplexität moderner Automobile – insbesondere bei Projekten mit autonomen Fahrzeugen, Elektrofahrzeugen und digitaler Zwillingstechnologie für Kraftfahrzeuge.
Die Zukunft des Automotive MBSE
Da die Automobilindustrie immer stärker auf softwaredefinierte Fahrzeuge, Elektrifizierung und autonomes Fahren setzt, wird sich die Zukunft des Model-Based Systems Engineering (MBSE) rasant weiterentwickeln. Neue Technologien erweitern den Nutzen von MBSE über die traditionelle Modellierung hinaus und ermöglichen kontinuierliche Entwicklung, Echtzeit-Einblicke und intelligente Automatisierung.
MBSE und Digital Twin für kontinuierliche Entwicklung
Die Integration von MBSE und digitaler Zwillingstechnologie revolutioniert die Entwicklung, Validierung und Wartung von Systemen. Durch die Verknüpfung von Systemmodellen mit Echtzeitdaten aus eingebetteten Fahrzeugsystemen ermöglichen digitale Zwillinge Ingenieuren, das Fahrzeugverhalten zu simulieren, Fehler vorherzusagen und die Leistung während des gesamten Entwicklungszyklus zu optimieren. Dieser kontinuierliche Entwicklungsansatz unterstützt Echtzeit-Updates und Verbesserungen nach der Bereitstellung – entscheidend für Elektrofahrzeuge (EVs) und autonome Fahrzeuge.
KI und Automatisierung in MBSE-Toolchains
KI transformiert die Automobilsystementwicklung, indem sie MBSE-Workflows intelligenter und effizienter macht. Moderne Plattformen wie die Visure Requirements ALM-Plattform nutzen KI-gestütztes Anforderungsmanagement, automatisierte Modellgenerierung und intelligente Verifizierung, um Fehler zu reduzieren und die Entwicklung zu beschleunigen. Die Automatisierung optimiert die Analyse der funktionalen Sicherheit, die Rückverfolgbarkeit der Anforderungen und die Compliance-Dokumentation und erleichtert so die Einhaltung von Standards wie ISO 26262, ASPICE und AUTOSAR.
☁️ Umstellung auf Cloud-basierte Modellierung und Echtzeit-Zusammenarbeit
Die Zukunft von MBSE liegt in der Zusammenarbeit. Cloudbasierte MBSE-Plattformen ermöglichen geografisch verteilten Teams die gemeinsame Entwicklung von Modellen in Echtzeit. Das erhöht die Agilität und reduziert Engpässe. Cloud-native Lösungen vereinfachen zudem die Versionskontrolle, unterstützen das Live-Anforderungsmanagement und lassen sich nahtlos in andere Tools der Automobilentwicklung integrieren. Dies ist besonders wertvoll bei komplexen Programmen mit mehrstufigen Zulieferern und globalen Entwicklungsökosystemen.
Durch kontinuierliche Innovationen bei digitalen Zwillingsanwendungen im Automobilbereich, KI-gestützter Modellierung und Cloud-Zusammenarbeit wird MBSE zum Rückgrat der Automobilsystemtechnik der nächsten Generation und gewährleistet schnellere Lieferung, bessere Sicherheit und Rückverfolgbarkeit über den gesamten Lebenszyklus in einer zunehmend softwaredefinierten Welt.
Fazit: Mit Automotive MBSE die Zukunft gestalten
Da Fahrzeuge immer intelligenter, vernetzter und softwareintensiver werden, ist die Einführung von Model-Based Systems Engineering (MBSE) nicht länger optional, sondern unerlässlich. MBSE ermöglicht es Automobilentwicklungsteams, die wachsende Komplexität autonomer Fahrzeuge, Elektrofahrzeuge und eingebetteter Systeme im Automobilbereich zu bewältigen, indem es die Rückverfolgbarkeit von Anforderungen verbessert, die Systemintegration optimiert und die Einhaltung wichtiger Standards wie ISO 26262 und AUTOSAR sicherstellt.
Durch die Optimierung des gesamten Entwicklungszyklus im Automobilbereich – von der Anforderungsermittlung und Simulation bis hin zur Validierung und Verifizierung – ermöglicht MBSE eine schnellere Markteinführung, geringere Risiken und eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Teams und Lieferanten.
Mit Fortschritten wie KI-gestütztem MBSE, digitaler Zwillingstechnologie für Kraftfahrzeuge und Cloud-basierter Zusammenarbeit ist die Zukunft der Fahrzeugsystemtechnik agiler, skalierbarer und intelligenter als je zuvor.
Erleben Sie die Visure Requirements ALM-Plattform – eine durchgängige, KI-gestützte MBSE- und Requirements-Engineering-Software, die auf sicherheitskritische Automobilprojekte zugeschnitten ist.
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